Solidarität mit …..

Initiative 19. Februar in Hanau

Liebe Freundinnen und Freunde,

am 19. März, genau einen Monat nach den rassistischen Anschlägen in Hanau, sind wir noch einmal gemeinsam in kleiner Runde draußen zusammengekommen, im Gedenken in kleinem Rahmen, da eine große Versammlung schon nicht mehr möglich war: https://www.facebook.com/19FebruarHanau/videos/538143713802835/

Wir denken an:
Ferhat Unvar
Gökhan Gültekin
Hamza Kurtović
Said Nesar Hashemi
Mercedes Kierpacz
Sedat Gürbüz
Kalojan Velkov
Vili Viorel Păun
Fatih Saraçoğlu

Wir werden sie nie vergessen.

Die Aufmerksamkeit und das Gedenken an die Opfer drohen in der Flut der Corona-Nachrichten zu verschwinden – nicht nur in den Medien. Für die betroffenen Menschen in Hanau sind aber die Trauer, Angst und Wut nicht verschwunden. All das ist einen Monat nach den Morden längst nicht vorbei. Die Angst bleibt – dass sich eine solche Tat wiederholen könnte, dass einfach wieder zur Tagesordnung übergegangen wird, dass vergessen wird. Die staatlich verordnete Vereinzelung und Isolation schlägt nun noch dazu Kerben in die vorsichtigen ersten Ansätze und Versuche eines Weiterlebens mit dem Trauma des 19. Februar.

Damit meinen wir die konkrete materielle und psychosoziale Versorgung und Betreuung der Familien, der Angehörigen, der Freundinnen und Freunde, der vielen Traumatisierten, denen ebenfalls ein Versprechen gegeben wurde, das im Corona-Shutdown immer weiter eingeschränkt wird.

Das Versprechen, den Rassismus im Alltag, aber auch den Rassismus der Institutionen zu bekämpfen, ist heute – einen Monat danach – genauso wichtig. Denn dieser Rassismus ist der Nährboden für rechtsterroristische Gewalt. Auch in den letzten Wochen erklärten Politikerinnen und Politiker Migration erneut zum Problem – statt endlich die eigenen Institutionen einer dringlich notwendigen Entnazifizierung zu unterziehen. Das ist eine offene Einladung für weitere rassistische Taten – ohne Schutz für die Opfer und Konsequenzen für die Täter.

Gerade deshalb haben wir mit unserer Arbeit begonnen. Und auch gerade jetzt, in Zeiten der Covid-19-Epidemie und auch unter Quarantänemaßnahmen müssen wir zusammenhalten, unsere sozialen Verbindungen aufrechterhalten und neue Formen der Solidarität entwickeln. Keine und keiner soll alleine gelassen werden. Als Initiative 19. Februar Hanau wollen wir verhindern, dass vergessen wird, dass zum rassistischen Normalzustand zurückgekehrt wird. Wir haben uns zusammen auf den Weg gemacht.

Die Initiative ist inzwischen auch online erreichbar, auf der Webseite gibt es die Erklärung in verschiedenen Sprachen: https://19feb-hanau.org/

Zudem gibt es eine Präsenz auf Facebook (https://www.facebook.com/pg/19FebruarHanau/posts/), Instagram (https://www.instagram.com/tv/B99sdR6nH2C/) und Twitter (https://twitter.com/19feb_hanau/). Bitte helft das zu verbreiten.

Ab dem 1.April haben wir einen Laden in der Krämerstrasse angemietet. Dort soll es in der Zukunft eine Anlaufstelle der Initiative 19.Februar geben. Mit Möglichkeiten des Zusammenkommens, sobald das wieder möglich sein wird, mit Einzelberatungen und Vermittlung zu Hilfsangeboten für die Betroffenen. Ein Ort auch für die Erinnerung, mit einem kleinen Archiv und Möglichkeiten der Recherche. Aufgrund der Corona-Krise wird es sicherlich in den nächsten Wochen keine Einweihungsfeier geben können und auch ein Zusammenkommen ist erstmal kaum möglich. Dennoch sind wir froh, dass wir nun auch eine Anlaufstelle haben.

Für all diese Arbeit braucht es natürlich auch Geld, vor allem für die Miete des Raumes. Daher wäre es toll, wenn Ihr mithelfen würdet, Spenden für die Arbeit der Initiative 19. Februar Hanau zu sammeln. Spenden für die Arbeit der Initiative gehen an:

Lückenlos e.V.
IBAN: DE19430609674108589900
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank Bochum
Verwendungszweck: „19Februar“

Zudem gibt es weiterhin eine Sammlung von Spenden für die Hinterbliebenen und Überlebenden des rassistischen Attentats am 19. Februar in Hanau

Kontoverbindung des Opferfonds CURA:
Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
IBAN: DE75 4306 0967 6005 0000 02
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: „HANAU“
https://www.verband-brg.de/spendenaufruf-fur-die-hinterbliebenen-und-uberlebenden-des-rassistischen-attentats-am-19-februar-in-hanau/

Es gäbe noch vieles mehr zu sagen und so wird das nicht die letzte solche Nachricht sein. Solange wir uns nicht treffen können, werden wir Euch auf diesem Weg auf dem Laufenden halten.

Herzliche Grüße,
Newroz, Marion und Hagen